Clickertraining für Pferde

Im Umgang mit Pferden habe ich mich für das Training über positive Verstärkung entschieden. Das genaue Hinschauen, Beobachten sowie das im Vorfeld statfindende Auseinandersetzen mit dem Wunschverhalten, dass ich meinem Pferd beibringen möchte, reizt mich sehr daran. Das Training läuft nicht nach einem Schema F ab. Immer wieder muss man sein eigenes Handeln überprüfen, die Umwelt mit ins Training einbeziehen und einen offenen Blick für sein Pferd haben.

Eine wertfreie Beobachtung ist hier gefragt, die keinen Platz für Interpretationen lässt. Das fällt anfangs teilweise schwer, ist allerdings unverzichtbar, um seine Konzentration auf das Wesentliche zu richten, das Lernen des Pferdes.

Gepaart mit einer sehr schnellen Reaktion, ist bei dieser Form des Trainings nicht nur das Tier gefordert. Der Trainer, das sind wir, muss im richtigen Moment sein Tier belohnen. Nur so weiß das Pferd, welches Verhalten es zeigen soll.

Das setzt natürlich voraus, dass sich der Trainer vorher mit den Trainingsschritten auseinandergesetzt hat. Er sollte wissen, wie das Verhalten aussieht, dass er vom Tier sehen möchte. Nur so weiß er, wann und wofür er sein Pferd belohnen wird.

In meinem Training stehen der Mensch und das Tier gleichermaßen im Fokus. Eine Trainingseinheit besteht deshalb immer wieder aus kurzen Phasen, in denen der Mensch an sich arbeitet. Diese Fertigkeiten können beispielsweise das schnelle Füttern, die Handhabung der Longe oder eine bestimmte Schrittabfolge sein. Diese Übungen finden ohne Tier statt. Ist der Ablauf klar abrufbar, kommt das Tier wieder dazu. Die Vorteile dieser Vorgehensweise liegen auf der Hand: der Mensch kann sein eigenes Lerntempo vorgeben und geht mit einer klaren Vorstellung in die Trainingseinheit, von dem was er seinem Tier beibringen möchte und wie er es macht. Zudem kann er sich voll und ganz auf das Tier konzentrieren, da die eigenen Handgriffe sitzen.

IMG_4069.JPG